Die Geschichte des Bogenschießens

Wenn man sich die Pfeilspitzen so ansieht, die man in Afrika entdeckt hat und auf die Auswertung der Wissenschaft vertraut, kann man durchaus sagen, dass Pfeile schon vor mehr als 50.000 Jahren von unseren Vorfahren genutzt wurden. Diese Pfeilspitzen wurden aus Feuerstein gefertigt und wurden höchstwahrscheinlich geschleudert.

Werkzeuge und Waffen aus Holz und Stein waren die ersten Dinge die Menschen erfanden und auch weiterentwickelten. Die Weiterentwicklung dieser Gegenstände war besonders wichtig für die Menschen damals, denn was Kraft, Geschwindigkeit, Sehen und Riechen betraf waren die Menschen damals allen potentiellen Beutetieren unterlegen und nur durch den Fortschritt damaliger Erfindungen konnte sich der Mensch gegen die Tiere behaupten.

Die Geschichte des Bogenschießens gehört damit also auch in die Entwicklungsgeschichte des ersten Faustkeils. Dieser Keil ist bisher die älteste gefundene Waffe, die von Menschen entwickelt wurde. Nach dem Faustkeil kam der Spieß, die Schleuder und der Speer hinzu und erst nach diesen Waffen auch Pfeil und Bogen. Der Bogen ermöglichte es den Menschen eine größere Anzahl an Projektilen auf die Jagd mitzunehmen und diese für die Jagd nach Tieren, die sich auf größerer Distanz befanden, einzusetzen.

Pfeilspitzenfunde in Valencia

Durch das Bogenschießen stiegen die Erfolge bei der Jagd enorm an. Die ältesten Steinspitzenfunde werden auf ein Alter von ca. 18.000 bis 16.000 Jahre vor Christus datiert. Sie stammen aus der Region Valencia in Spanien, allerdings lassen diese Steinspitzen nicht einhundertprozentig als Pfeilspitzen identifizieren. Spitzen dieser Art wurden zu der damaligen Zeit nämlich auch mit der Schleuder geworfen.

Bestätigter Nachweis in Frankreich

Ein eindeutiger Nachweis für die Geschichte des Bogenschießens fand sich in Frankreich. Dort wurden Zeichnungen in eine Kalksteinplatte graviert, die auch einen Mensch mit einem Bogen zeigen. Diese Platten werden auf ein Alter von ca. 11.000 vor Christus geschätzt.

Erste deutsche Funde

Funde von Pfeilschäften in Deutschland sind erstmals 9.000 v.Chr gefunden worden. Der bisher beste Fund, der wirklich auch als eindeutiger Beleg für die Existenz eine Bogens und Pfeilen bewertet wird, wurde in der Nähe von Hamburg erzielt. Dort wurden Pfeile gefunden, die aus Kiefernspaltholz hergestellt wurden. Diese Pfeile wurden mit einem sehr präzisem Stecksystem versehen und besaßen eine Feuersteinspitze.

Weitere Belege in Europa

Die Beweise für das Bogenschießen erstrecken sich über mehrere Länder. So wurde in Dänemark der älteste Bogen entdeckt, dieser ist unter dem Namen Holmegaard1 bekannt und ca. 7000 Jahre vor Christus hergestellt worden sein muss. An diesen Bögen war besonders, dass sie aus einem Stück Eibe oder Ulme hergestellt wurden, weshalb ihr Biegungsgrad an beiden Wurfarmen sehr gleichmäßig war.

Einen weiteren interessanten Beweis dafür, dass die Menschen schon früh Pfeil und Bogen bei Kämpfen einsetzten, sind die mesolithischen Felsmalereien (8000 Jahre vor Christus). Diese Malereien zeigen zwei Völker mit Pfeil und Bogen, die sich in einer Schlacht gegenüberstehen und einen Halbreflexbogen in der Hand halten.

Im Jahr 1991 fand man an der heutigen Grenze zwischen Italien und Österreich eine mumifizierte Leiche eines etwa 45 jährigen Manne, der wohl aus der Zeit um 3300 vor Christus stammte. Zu der Ausrüstung die man bei der Leiche fand, gehört auch ein Köcher mit 14 Pfeilen. Der Köcher hatte sogar eine spezielle Schutzkappe um die Pfeile vor äußeren Einflüssen zu schützen.
Funde aus der Zeit um 2200 vor Christus zeigen erstmals die sogenannten „Komposit-Bögen“, die später in Ägypten weiterentwickelt wurden.

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