Recurvebogen – Geschichte, Aufbau und Besonderheiten

Bereits in der Altsteinzeit (ungefähr 30.000 – 10.000 v. Chr.) wurden Bogen und Pfeil als Jagdwaffe zur Jagd eingesetzt. Archäologische Funde haben dies nachgewiesen. In der darauffolgenden späteren Jungsteinzeit diente Bogen und Pfeil auch als Waffe für menschliche Auseinandersetzungen. In der heutigen Zeit ist der Bogen eine Art Sportgerät und kommt beim Bogenschießen zum Einsatz. Der Recurvebogen ist eine der bekanntesten Bauweisen, die sich durch ausgewogene Schusseigenschaften, eine klassische Optik und

Der Recurvebogen

Hier steht die Bezeichnung Recurve (bedeutet im Englischen zurückgebogen) für das Hauptgestaltungsmerkmal dieser Bogenausführung, und zwar die zurückgebogene Form der Wurfarme am Ende. Diese Enden weisen in einem entspannten Zustand des Bogens vom Schützen weg.

Geschichtlicher Hintergrund

Bei den bisher gefundenen ältesten Nachweisen dieses Bogentyps handelt es sich um eine Vielzahl von Felsenbildern aus der Zeit der Cardialkeramik um das 7. Jahrtausend vor Chr. herum, und zwar an der spanischen Mittelmeerkürste. Auf diesen dort gefundenen Felsbildern sind Jäger sowie Krieger mit Recurvebogen abgebildet. Dieser Bogentyp ist so aufgebaut, dass in den Wurfarmen der Jäger und Krieger mehr Energie gespeichert wird und deshalb entsteht ein weitaus höherer Wirkungsgrad, als dies bei Lang- oder Flachbogen der Fall ist. Die hier ebenfalls vorhandenen anliegenden Sehnen wirken sich dämpfend auf den Handschock nach dem jeweiligen Schuss aus.

Auch im ägyptischen Theben hat man solche Bogen-Exemplare gefunden. Diese Ausführungen waren vermutlich assyrischer Herkunft und ungefähr aus der Zeit um 1200 vor Chr..
Um ungefähr 2400 vor Chr. werden auch akkadische Könige mit einem solchen Bogentyp als eine Art Machtsymbol der damaligen Zeit dargestellt. Dazu gibt es eine Vielzahl weiterer Darstellungen bei Königen aus dem Vorderen Orient. Dazu zählen Könige der Babylonier, Assyrer oder der Perser.

Um ungefähr 3000 vor Chr. ist dieser Bogentyp auch auf Megalithgräbern bei der osteuropäischen Maikopkultur und auch bei der Kura-Araxas-Kultur zu finden.

Eine weitere Bezeichnung

Eine solche Bogenausführung wird auch als Take-Down-Recurve bezeichnet. Der Grund liegt in den Bestandteilen aus einem Mitteilteil und zwei zu montierenden Wurfarmen. Ein Vorteil liegt bei dieser Ausführung auch darin, dass ein etwas schwereres Mittelstück aus Kunststoff, Metall oder Carbon zur Bogenstabilisierung beim Abschuss beiträgt. Solche Ausführungen gibt es auch mit Mittelteilen aus Holz. Das ist beim Transport vorteilhaft und erlaubt auch das Auswechseln von defekten Wurfarmen.

Einsatz heutzutage

Der Recurvebogen wird heute im Bogenschießen bevorzugt eingesetzt, weil die am Ende nach der Außenseite gebogenen Wurfarme eine gute und zusätzliche Schusskraft hervorbringen. Diese Bogenausführung ist dann häufig noch mit einer Dacron-Sehne ausgestattet. Eine solche Sehne ist besonders dehnbar. Das Mittelteil besteht darüber hinaus häufig aus unterschiedlichen Holzarten.

Heutige Ausführungen mit Visier

Im Unterschied zu anderen Langbögen, kann man diese Bogenform auch mit einem Visier bestücken. Dies ist jedoch teilweise mehr bei kräftigen Bogenschützen zu empfehlen, weil hier bei dieser Bogenform die Genauigkeit auch mit einem größeren Aufwand an Übung einfacher und wesentlich schneller zu erreichen ist, da das Festhalten der Sehne in einem ausgezogenen Zustand häufig in diesem Fall sehr schwer ist.

Die Mittelteile bestehen heutzutage entweder auch Metall, Kunststoff, Carbon oder Holz. Ebenso gibt es auch Wurfarme zum Wechseln. Solche Versionen helfen den Anfängern und auch den etwas erfahreneren Bogenschützen, schrittweise die eingesetzte Kraft und das erworbene Können zu steigern.

Verwendung unterschiedlicher Pfeile

Die bei dieser Bogenausführung eingesetzten Pfeile biegen sich beim Abschuss leicht. Dabei fliegt ein etwas quer auf der Sehne aufliegender Pfeil trotzdem in gerader Richtung, weil er sich im Flug durch die Schwingung stabilisiert. Bei solchen Bögen sind Holzpfeile empfehlenswert.

Damit man bei dieser Bogenart die richtigen Pfeile verwendet werden, muss man darauf achten, dass hier die richtige Pfeilausführung als Schütze zum Einsatz kommt. Wenn dies nicht der Fall ist und die falschen Pfeile eingesetzt werden, kann es zu schlimmen Verletzungen kommen, weil die Pfeile dann beim Abschuss zerbrechen. Deshalb ist es wichtig, beim Kauf der Pfeile darauf zu achten, dass man hier die richtige Ausführung verwendet.

Zuggewicht, Auszugslänge und Bogenlänge

Das Zuggewicht hängt hauptsächlich vom Können des Bogenschützen ab und ist auch eine Aussagekraft für die Kraft des Schützens. Dabei kann es sehr erfahrener Schütze mit der von ihm eingesetzten Kraft einen etwas schwer zu ziehenden Bogen besser ausführen, während ein Anfänger hier weniger Zuggewicht einsetzen sollte.

Was die Bogenlänge anbelangt, kann man diese in Abhängigkeit von der Körpergröße des Schützen entsprechend variieren. Dabei sollte man als Anfänger darauf achten, dass die Bogenlänge zu der entsprechenden Auszugslänge passt, um dadurch dann zu erreichen, dass man weit genug ausziehen kann.

Olympische Disziplin

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wurden im Ort Sambodromo vier Wettbewerbe in der Disziplin Bogenschießen ausgetragen. Dabei gab es sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen Einzel- und Mannschaftswettbewerbe. Dasselbe gilt auch bei den davor stattgefundenen Bogenschießen-Wettbewerben bei den Olympischen Spielen in London 2012. Hier kamen bei diesen Disziplinen Recurvebogen zum Einsatz. Dabei wurde auf eine Entfernung aus 70 Metern geschossen.

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